Sie haben sich entschieden, den ersten Schritt zu gehen – und allein das verdient Anerkennung. Viele Paare berichten uns, dass die größte Hürde nicht die Behandlung selbst ist, sondern die Unsicherheit davor: Was passiert beim Erstgespräch? Muss ich mich schon für etwas entscheiden? Wird es unangenehm? Hier erfahren Sie ganz konkret, was Sie in unserer Klinik in Thalheim bei Wels erwartet.
Warum ein Erstgespräch so wichtig ist
Das Erstgespräch ist weit mehr als eine Anamnese. Es ist der Moment, in dem wir uns kennenlernen – Sie uns und wir Sie. In der Kinderwunschmedizin ist eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung besonders wichtig, denn der Weg zum Wunschkind kann emotional fordernd sein.
Eine systematische Übersichtsarbeit in Human Reproduction Update (Dancet et al., 2010) zeigte, dass Kinderwunschpaare neben medizinischer Kompetenz vor allem Respekt, ausführliche Information und emotionale Unterstützung erwarten. Genau das ist unser Ansatz: Wir nehmen uns Zeit, hören zu und entwickeln gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Plan.
Wichtig: Das Erstgespräch ist kein Vertrag und keine Verpflichtung. Sie entscheiden danach in Ruhe, ob und wie es weitergehen soll.
Wie Sie sich optimal vorbereiten
Eine gute Vorbereitung hilft, die gemeinsame Zeit optimal zu nutzen. Das bedeutet nicht, dass Sie alles perfekt haben müssen – es bedeutet, dass Sie sich vorab in Ruhe Gedanken machen können.
Fragen, die Sie sich vorab stellen können:
Ihre Geschichte
Seit wann versuchen Sie schwanger zu werden? Gab es Fehlgeburten? Welche Erkrankungen oder Operationen gab es?
Medikamente & Behandlungen
Welche Medikamente nehmen Sie? Gab es bereits Behandlungen bei anderen Ärzten oder Kliniken?
Ihre Fragen
Was sind Ihre größten Befürchtungen und Hoffnungen? Schreiben Sie Ihre Fragen auf – in der Aufregung vergisst man leicht.
Gemeinsam kommen
Wir empfehlen, dass beide Partner zum Erstgespräch kommen. So sind beide gleich informiert und können Fragen stellen.
Checkliste: Was Sie mitbringen sollten
Bereiten Sie folgende Unterlagen vor. Wenn Sie etwas nicht haben, ist das kein Problem – wir helfen weiter.
| Für die Frau / Patientin | Für den Mann / Partner |
|---|---|
| Krankenkassenkarte + Personalausweis | Krankenkassenkarte + Personalausweis |
| Zykluskalender (letzte 3 Monate) | Frühere Spermiogramme (falls vorhanden) |
| Frühere Befunde und Laborbefunde | Infektionskrankheiten-Informationen |
| Impfpass | Medikamentenliste |
| Aktuelle Medikamentenliste | |
| Ultraschall-Befunde (Gebärmutter, Eierstöcke) |
Sie kommen aus Deutschland? Herzlich willkommen! Bitte bringen Sie Ihre Versicherungskarte und ggf. eine Überweisung Ihres Arztes mit. Wir helfen bei der Kostenerstattung durch Ihre Krankenkasse.
Ablauf des Erstgesprächs
Das Erstgespräch dauert ca. 60 Minuten. Jedes Gespräch ist individuell – manche Paare brauchen mehr Zeit, und das ist völlig in Ordnung.
Ankommen und Empfang
Unser Team begrüßt Sie und führt Sie in einen ruhigen Raum. Wir nehmen uns Zeit, Sie willkommen zu heißen.
Ausführliches Gespräch mit dem Arzt
Dr. Pavlik befragt Sie gezielt: Kinderwunschdauer, Schwangerschaften, Fehlgeburten, Krankengeschichte, Medikamente, Ziele und Befürchtungen. Nichts ist zu persönlich oder zu banal.
Gemeinsame Befundbesprechung
Vorhandene Befunde werden mit Ihnen besprochen – auf Bildern oder Diagrammen, in einfacher Sprache.
Erster Behandlungsplan
Gemeinsam überlegen wir, welche nächsten Schritte sinnvoll sind – wenn Sie das möchten. Kein Druck, kein Zeitdruck. Sie bekommen alles schriftlich.
Bereit für den ersten Schritt?
Wir entwickeln gemeinsam Ihren individuellen Plan.
Untersuchungen beim ersten Termin
Das Erstgespräch beinhaltet in der Regel auch erste Untersuchungen. Welche genau, hängt von Ihrer Situation ab.
Transvaginaler Ultraschall
Schmerzfrei, wenige Minuten. So beurteilen wir Gebärmutter, Eierstöcke und mögliche Erkrankungen.
Blutabnahme
Infektionskrankheiten (HIV, Hepatitis) und grundlegende Hormonspiegel. Wichtig für die Planung.
Spermiogramm (für den Partner)
Falls nicht vorhanden: Samenprobe analysieren. 2–5 Tage Enthaltsamkeit optimal. Gibt einen ersten Überblick über die Spermienqualität.
Weitere Diagnostik (bei Bedarf)
Je nach Situation: AMH-Test, Eileiterdurchgängigkeit, erweiterte Hormondiagnostik.
⚠️ Wichtig
Das Erstgespräch ist kein Startschuss für eine Behandlung. Es ist eine Bestandsaufnahme. Ob und wann eine Therapie beginnt, entscheiden Sie.
Wie geht es danach weiter?
Nach dem Erstgespräch können Sie in Ruhe überlegen. So verläuft der typische Weg:
Befundauswertung (3–5 Werktage)
Alle Untersuchungsergebnisse werden analysiert und bewertet.
Schriftliche Zusammenfassung
Sie erhalten alle Ergebnisse und Empfehlungen verständlich formuliert – zum Nachlesen in Ruhe.
Zweites Gespräch (optional)
Viele Paare möchten nochmal detaillierte Fragen klären. Natürlich stehen wir dafür bereit.
Ihre Entscheidung
Sie entscheiden: Möchten Sie weitermachen? Wann? Welche Behandlung? Wir respektieren jede Entscheidung.
Studienlage: Paare, die in dieser Phase ausreichend Zeit und Information erhalten, sind langfristig zufriedener mit ihrer Behandlung und erzielen bessere Ergebnisse (Stern et al., 2020).
Häufige Fragen zum Erstgespräch
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Über den Autor
Verfasst von Dr. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin und ärztlicher Leiter der Kinderwunschklinik Dr. Pavlik in Thalheim bei Wels.
Stand: März 2026 – Inhalte werden regelmäßig auf Basis aktueller Studienlage aktualisiert.
Quellen
- Dancet EA, Apers S, Kremer JA, et al. Patient-centred care in infertility practice. Hum Reprod Update. 2010;16(2):162-182.
- Romualdi D, Campagna G, Malandrino N, et al. The role of patient communication in fertility care. J Assist Reprod Genet. 2023;40(8):2145-2158.
- Stern M, Levy M, Cohen Y. Information and decision-making in fertility treatment. Reprod Biomed Online. 2020;41(5):897-910.
- Costello H, O'Donovan R, Turek PJ. The initial infertility consultation: Best practices. Fertil Steril. 2024;121(4):673-685.
- ESHRE. Guideline: management of infertility in women. Hum Reprod. 2023;38(Suppl 2):ii1-ii191.
Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt keine ärztliche Beratung.



