Warning: Undefined array key "last_save_time" in /var/www/html/wp-content/plugins/oxygen/component-framework/includes/cache.php on line 327

Kinderwunschklinik Dr. Pavlik

Krone Gütesiegel IMWF Studie Auszeichnung Top Ambulatorium

24. Februar 2026

IVF oder ICSI? Unterschiede, Erfolgschancen und welche Methode zu Ihnen passt

Zurück zu
Alle Beiträge
IVF oder ICSI? Unterschiede, Erfolgschancen & Entscheidungshilfe | 2026

In-vitro-Fertilisation (IVF) und Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) sind die beiden wichtigsten Methoden der künstlichen Befruchtung. Der Unterschied liegt im Labor – im Moment der Befruchtung. Dieser Artikel erklärt beide Methoden verständlich, vergleicht sie auf Basis aktueller Studien und hilft Ihnen bei der Entscheidung.

Was ist der Unterschied zwischen IVF und ICSI?

?

Klassische IVF

In-vitro-Fertilisation = Befruchtung im Reagenzglas

Eizellen und Spermien werden in einer Schale zusammengebracht. Die Befruchtung geschieht „von selbst" – die Spermien müssen eigenständig in die Eizelle eindringen. Wie im Körper, nur außerhalb.

Voraussetzung: Genügend bewegliche Spermien. Faustregel: die sogenannte TMC (Total Motile Count = Gesamtzahl aller beweglichen Spermien nach Aufbereitung) sollte über 5–10 Millionen liegen.
?

ICSI

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion = Spermium wird direkt eingebracht

Ein Biologe im Labor wählt unter dem Mikroskop ein einzelnes Spermium aus und bringt es mit einer sehr feinen Nadel direkt in die Eizelle ein. Die Spermien müssen also nicht mehr von alleine eindringen.

Vorteil: Es genügt ein einziges befruchtungsfähiges Spermium. Alle natürlichen Barrieren werden umgangen.

Wichtig: Alle anderen Schritte sind bei beiden Methoden gleich – die Hormonbehandlung, die Eizellentnahme, die Embryokultur und der Embryotransfer. Der einzige Unterschied liegt im Labor: Wie kommen Eizelle und Spermium zusammen?

IVF vs. ICSI im direkten Vergleich

? Begriffe in der Tabelle kurz erklärt:

Befruchtungsrate = Anteil der Eizellen, bei denen die Befruchtung klappt (z. B. 70 % heißt: von 10 Eizellen werden 7 befruchtet)
TMC = Total Motile Count. Die Gesamtzahl aller gut beweglichen Spermien nach Aufbereitung der Probe im Labor
Befruchtungsversagen (TFF) = Total Fertilization Failure. Keine einzige Eizelle wird befruchtet – der Zyklus muss abgebrochen werden
Schwangerschaftsrate = Anteil der Behandlungen, die zu einer Schwangerschaft führen (pro Embryotransfer)
Kriterium Klassische IVF ICSI
Wie wird befruchtet? Spermien + Eizellen in einer Schale – die Spermien dringen von selbst ein Ein einzelnes Spermium wird direkt in die Eizelle eingebracht
Mindestanforderung Spermien
TMC = bewegliche Spermien nach Aufbereitung
TMC > 5–10 Mio. 1 Spermium genügt
Befruchtungsrate
Anteil befruchteter Eizellen
60–70 % 70–80 %
Befruchtungsversagen (TFF)
Keine Eizelle wird befruchtet
2–5 % < 1 %
Schwangerschaftsrate
pro Embryotransfer
ca. 30–40 % ca. 30–40 %
Eingriff an der Eizelle
Wird die Eizelle direkt berührt?
Nein – die Eizelle bleibt unberührt Ja – eine feine Nadel durchdringt die Hülle (1–2 % Risiko für Schädigung)
Kosten Privatzahler 3.686 € 4.262 €
IVF-Fonds Eigenanteil ab ca. 1.100 € ab ca. 1.214 €

Preise KWK Dr. Pavlik, inkl. USt., Stand 2025. Medikamente für die Hormonbehandlung sind nicht enthalten.

Wann wird IVF empfohlen, wann ICSI?

✅ IVF wird typischerweise empfohlen bei:

Verschlossene Eileiter oder Eileiterschäden
Endometriose, die die Eileiter beeinträchtigt
Unauffälliges Spermiogramm (genügend bewegliche Spermien)
Ungeklärte Unfruchtbarkeit nach erfolglosen Inseminationen (IUI)

? ICSI wird typischerweise empfohlen bei:

Stark eingeschränkte Spermienqualität (Oligozoospermie, OAT-Syndrom)
Operativ gewonnene Spermien (TESE oder MESA – z. B. nach Vasektomie)
Befruchtungsversagen bei einem früheren IVF-Versuch
Eingefrorene Spermien (nach dem Auftauen ist die Beweglichkeit oft eingeschränkt)
Genetische Untersuchung am Embryo (PID) geplant

Sonderfall: Ungeklärte Unfruchtbarkeit (idiopathische Sterilität)

Wenn keine Ursache gefunden wird, besteht trotzdem das Risiko eines versteckten Befruchtungsproblems. Dieses zeigt sich erst im Labor – wenn keine Eizelle befruchtet wird (sogenanntes „totales Befruchtungsversagen"). Deshalb empfehlen viele Kliniken beim ersten Versuch mit ungeklärter Ursache ein Split-Verfahren: Ein Teil der Eizellen wird per IVF, der andere per ICSI befruchtet. So schützt man sich vor einem Totalausfall und gewinnt gleichzeitig wertvolle Informationen über die Befruchtungsfähigkeit der Spermien.

Grundlage: Frontiers in Medicine 2020, ESHRE-Empfehlung zur Split-ICSI bei unklarer Fertilisationsprognose

Was sagt die aktuelle Studienlage?

Die wichtigste Frage vieler Paare: Ist ICSI besser als IVF? Die kurze Antwort: Nur bei eingeschränkter Spermienqualität. Wenn die Spermien unauffällig sind, sind beide Methoden gleich gut. Das zeigen drei wichtige aktuelle Studien:

INVICSI-Studie · Nature Medicine, April 2025

824 Frauen · 6 Kliniken in Dänemark · Zufällige Zuordnung zu IVF oder ICSI

Das ist der bisher größte direkte Vergleich. Ergebnis: Bei Paaren ohne schwere Spermienprobleme brachte ICSI keinen Vorteil. Die Geburtenrate war bei beiden Methoden vergleichbar.

SART-Registeranalyse · Fertil Steril, 2024

30.446 Behandlungszyklen · US-Register

Lebendgeburtenrate ohne männlichen Faktor: IVF 50,1 % vs. ICSI 50,8 %. Der Unterschied ist statistisch nicht relevant – also praktisch gleich.

Meta-Analyse Geng et al. · J Assist Reprod Genet, 2020

Zusammenfassung mehrerer Studien

Auch diese Übersichtsarbeit kommt zum selben Ergebnis: ICSI bietet bei unauffälligem Spermiogramm keinen Vorteil bei den Schwangerschafts- und Geburtenraten.

ICSI wird immer häufiger eingesetzt – aber ist das sinnvoll?

In vielen Ländern wird ICSI fast bei jedem Zyklus angewendet – auch wenn die Spermien völlig normal sind. Diese Entwicklung ist nicht durchgängig durch Studien gerechtfertigt.

* Geschätzter Anteil, indikationsbasierter Einsatz. Quellen: Nyboe Andersen, Hum Reprod Update 2008; SART CORS 2022

Unsere Haltung: Wir setzen ICSI gezielt ein, wenn eine klare medizinische Indikation vorliegt – oder bei ungeklärter Unfruchtbarkeit als Split-Verfahren. „Mehr Technik" bedeutet nicht automatisch bessere Ergebnisse.

Kostenvergleich in Österreich

ICSI kostet etwas mehr als IVF, weil die direkte Befruchtung im Labor einen höheren Aufwand erfordert. In unserer Klinik beträgt die Differenz ca. 576 € bei Privatzahlung.

Privatzahler

IVF3.686 €
ICSI4.262 €
Differenz576 €

IVF-Fonds (unter 35)

IVF~1.100 €
ICSI~1.214 €
Differenz~114 €

IVF-Fonds (ab 35)

IVF~1.170 €
ICSI~1.288 €
Differenz~118 €

Inkl. USt., Stand 2025. Medikamente für die Hormonbehandlung und Zusatzleistungen sind nicht enthalten. Aktuelle Preise finden Sie auf unserer Kostenseite.

Entscheidungshilfe: Welche Methode passt zu uns?

Die Wahl zwischen IVF und ICSI treffen Sie nicht allein – Ihr Behandlungsteam spricht auf Basis Ihrer Befunde eine Empfehlung aus. Diese Übersicht gibt eine erste Orientierung:

?

Eher klassische IVF:

Spermiogramm im Normbereich, genügend bewegliche Spermien (TMC über 10 Mio.), Ursache liegt eher bei der Frau (Eileiter, Endometriose).

?

Grenzfall → Split-Verfahren (IVF + ICSI) erwägen:

Spermienwerte im Grenzbereich, leicht eingeschränkte Qualität, ungeklärte Unfruchtbarkeit (erster Versuch), oder wenn unklar ist, ob die Spermien die Eizelle eigenständig befruchten können.

?

ICSI empfohlen:

Stark eingeschränkte Spermienqualität (TMC unter 5 Mio.), operativ gewonnene Spermien (TESE/MESA), früheres Befruchtungsversagen, eingefrorene Spermien, genetische Untersuchung am Embryo geplant.

? IVF-vs-ICSI-Entscheidungsrechner

Geben Sie Ihre Befunde ein und erhalten Sie eine erste Orientierung, welche Methode für Ihre Situation in Frage kommt.

Zum Rechner →

Ist ICSI sicher für das Kind?

ICSI wird seit 1992 weltweit angewendet – also seit über 30 Jahren. Große Langzeitstudien mit Hunderttausenden von Kindern zeigen: Es gibt keine erhöhte Rate an Fehlbildungen im Vergleich zur klassischen IVF.

Bei ICSI-Kindern wird gelegentlich eine leicht erhöhte Rate von Chromosomenveränderungen berichtet. Diese ist aber sehr wahrscheinlich auf die zugrundeliegende schwere Spermienproblematik des Vaters zurückzuführen – nicht auf die ICSI-Methode selbst.

Einschätzung der ESHRE (Europäische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin): Beide Verfahren gelten als gleichwertig sicher.

? Entscheidungsrechner

Befunde eingeben, Empfehlung erhalten.

Zum Rechner

? Persönliche Beratung

Individuelle Beratung in unserer Klinik.

Erstgespräch buchen →

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Methode ist für Sie die richtige?

Wir beraten Sie individuell auf Basis Ihrer Befunde – verständlich und ohne Zeitdruck.

Verfasst von Dr. Roman Pavlik, Facharzt für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin

Quellen: INVICSI Study, Nature Medicine 2025 · Tozour et al., Fertil Steril 2024 · Geng et al., J Assist Reprod Genet 2020 · Frontiers in Medicine 2020 · ESHRE Guidelines

Jetzt Termin vereinbaren!

Wenn Sie Fragen haben oder persönlich mit uns über Ihren Kinderwunsch sprechen möchten, sind wir jederzeit für Sie da. Dr. Pavlik und sein Team begleiten Sie liebevoll und fachkundig auf Ihrem Weg.

Erstgespräch
Dr. Roman Pavlik – Facharzt für Gynäkologie und Reproduktionsmedizin

Weitere News

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren.
menu-circlecross-circle
linkedin facebook pinterest youtube rss twitter instagram facebook-blank rss-blank linkedin-blank pinterest youtube twitter instagram